Girokonto wechseln: kostenlose Konten im Vergleich
Aktualisiert am 22. August 2026von Carsten Eckhardt

Transparenz: Dieser Ratgeber enthält als Anzeige gekennzeichnete Partner-Links. Eröffnest du darüber ein Konto, erhalten wir eine Provision von der Bank. Auf die Inhalte und die Reihenfolge in diesem Text hat das keinen Einfluss, entsprechende Stellen sind als Anzeige gekennzeichnet. Wir informieren und vergleichen, eine persönliche Finanzberatung ersetzt dieser Text nicht. Stand der Zahlen in diesem Ratgeber: August 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Nur 14 Girokonten waren im Juni 2026 ohne jede Bedingung dauerhaft kostenlos (Quelle: biallo.de).
- Die meisten Banken knüpfen die Gebührenfreiheit an einen monatlichen Mindestgeldeingang, häufig 700 Euro.
- Wer 5 bis 15 Euro Kontoführung im Monat zahlt, verschenkt 60 bis 180 Euro pro Jahr.
- Die gesetzliche Kontowechselhilfe (§§ 20 bis 26 ZKG) verpflichtet die neue Bank, den Papierkram zu übernehmen; der Kern des Umzugs dauert rund zwölf Geschäftstage.
- Lass das alte Konto noch zwei bis drei Monate mit kleinem Guthaben weiterlaufen, bevor du endgültig kündigst.
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Die kurze Antwort vorweg: Ja, es gibt 2026 noch wirklich kostenlose Girokonten, aber sie sind selten geworden. Das Verbraucherportal Biallo zählte im Juni 2026 gerade einmal 14 Konten, die ohne jede Bedingung dauerhaft 0 Euro Kontoführung kosten. Die meisten Banken knüpfen die Gebührenfreiheit an einen monatlichen Mindestgeldeingang, häufig 700 Euro. Und der Wechsel selbst? Der ist einfacher als sein Ruf. Seit 2016 verpflichtet das Zahlungskontengesetz alle Banken zur Kontowechselhilfe: Die neue Bank übernimmt den Papierkram, der Kern des Umzugs dauert rund zwölf Geschäftstage.
Wer seit Jahren 5 bis 15 Euro Kontoführung im Monat zahlt, verschenkt also 60 bis 180 Euro pro Jahr. Ob sich der Wechsel für dich lohnt und worauf du dabei achten solltest, rechnen wir in diesem Ratgeber durch.
Was heißt „kostenloses Girokonto“ wirklich?
Kostenlos ist ein dehnbarer Begriff, und Banken dehnen ihn gern. Ein Girokonto ist nur dann wirklich kostenlos, wenn vier Dinge zusammenkommen:
- Keine Kontoführungsgebühr.
- Kein Mindestgeldeingang als Bedingung.
- Eine Girocard ohne Jahresgebühr.
- Kostenlose Online-Überweisungen.
Fehlt einer dieser Punkte, zahlst du am Ende doch, nur eben versteckter.
Die häufigste Bedingung ist der Mindestgeldeingang. Laut der Biallo-Auswertung vom Juni 2026 verlangen etwa Comdirect, Consorsbank, DKB und 1822direkt jeweils 700 Euro Geldeingang pro Monat, die ING sogar 1.000 Euro, die Norisbank 500 Euro (Stand: 02.06.2026, biallo.de). Kommt weniger rein, kostet der Monat plötzlich Gebühren. Für Angestellte mit regelmäßigem Gehalt ist das meist kein Problem. Kritisch wird es für Studierende, Rentnerinnen, Selbstständige mit schwankendem Einkommen oder für ein Zweitkonto, auf das eben kein Gehalt fließt.
Ein Detail, das viele übersehen: Der Geldeingang muss in der Regel jeden Monat kommen. Ein einziger schwacher Monat, etwa zwischen zwei Jobs, und die Gebühr wird fällig. Manche Banken akzeptieren alternativ eine Altersgrenze (oft unter 28) oder aktive Nutzung, zum Beispiel einen Wertpapiersparplan. Lies die Bedingung also genau, bevor du eröffnest.
Bedingungslos kostenlose Konten
Ohne jede Auflage kostenlos waren im Juni 2026 unter anderem das C24 Smart, das Santander BestGiro, das N26 Standard und das Openbank Girokonto (Quelle: biallo.de, Stand 02.06.2026). Aber auch hier gilt: Kostenlos heißt nicht bei allem kostenlos. Teilausgaben wie Papierüberweisungen, Partnerkarten, Kreditkarten oder Bargeld am Schalter können extra kosten. Genau deshalb lohnt der Blick ins Preis- und Leistungsverzeichnis, nicht nur auf die Werbeseite.
Girokonto wechseln: so funktioniert die gesetzliche Kontowechselhilfe
Der häufigste Grund, warum Menschen bei ihrer teuren Bank bleiben, ist die Angst vor dem Aufwand. Daueraufträge, Lastschriften, Arbeitgeber informieren: Das klingt nach Wochen voller Kleinkram. Tatsächlich nimmt dir die neue Bank fast alles davon ab, und zwar nicht aus Kulanz, sondern weil sie muss. Die Paragrafen 20 bis 26 des Zahlungskontengesetzes (ZKG) verpflichten seit September 2016 jede Bank in Deutschland zur Kontowechselhilfe (Quelle: gesetze-im-internet.de/zkg, BaFin).
Der Ablauf ist gesetzlich getaktet:
- Du erteilst der neuen Bank eine Ermächtigung zum Kontowechsel, meist per Formular oder digitalem Wechselservice.
- Innerhalb von zwei Geschäftstagen fordert die neue Bank bei deiner alten Bank die Daten an.
- Die alte Bank hat dann fünf Geschäftstage Zeit, eine Liste deiner Daueraufträge, die verfügbaren Informationen zu Lastschriftmandaten sowie die eingehenden Überweisungen und Lastschriften der letzten 13 Monate zu übermitteln.
- Anschließend hat die neue Bank wiederum fünf Geschäftstage, um deine Daueraufträge einzurichten und die Zahlungspartner zu informieren (Quelle: bafin.de, Kontenwechsel, abgerufen im August 2026).
In Summe sind das rund zwölf Geschäftstage für den Kern des Wechsels. Auf Wunsch kündigt die neue Bank auch dein altes Konto: Die alte Bank überweist dann das Restguthaben und schließt das Konto zum gewünschten Termin.
Und wenn etwas schiefgeht? Auch dafür hat der Gesetzgeber vorgesorgt. Verletzt eine der beteiligten Banken ihre Pflichten und platzt deshalb etwa eine Lastschrift, haften die Banken als Gesamtschuldner für den Schaden, inklusive Verzugszinsen und Rücklastschriftkosten (§ 26 ZKG, Quelle: bafin.de). Du bleibst also nicht auf Mahngebühren sitzen, die du nicht verursacht hast.
Praktischer Tipp: altes Konto noch zwei bis drei Monate parallel laufen lassen
Die 13-Monats-Liste erfasst viel, aber nicht alles. Der Jahresbeitrag des Sportvereins oder die Kfz-Versicherung, die nur einmal im Jahr abbucht, kann durchs Raster fallen, wenn die letzte Abbuchung länger zurückliegt. Lass das alte Konto deshalb noch zwei bis drei Monate mit kleinem Guthaben weiterlaufen und schau, was dort noch aufschlägt. Erst dann endgültig kündigen. Das kostet bei einem Gebührenkonto zwar ein paar Euro, erspart dir aber Rücklastschriften und Mahnungen.
Worauf du beim Vergleich achten solltest
Die Kontoführungsgebühr ist nur ein Kostenblock, und oft nicht mal der größte. Vier weitere Punkte entscheiden, was dich dein Konto wirklich kostet.
Dispozins: der teuerste Posten, wenn du ihn nutzt
Wer sein Konto regelmäßig überzieht, sollte zuerst auf den Dispozins schauen. Im Schnitt verlangten deutsche Banken zuletzt 11,28 Prozent Dispozins, Spitzenwerte lagen über 15 Prozent. Das hat Verivox anhand von über 6.600 Kontomodellen aus BaFin-Daten ausgewertet (Datenstand: 26.02.2026, veröffentlicht am 23.03.2026, verivox.de). Rechne kurz nach: Bist du dauerhaft 1.000 Euro im Minus, kosten 11 Prozent rund 110 Euro im Jahr. Ein Konto mit 7 Prozent Dispozins spart dir gegenüber einem mit 14 Prozent also 70 Euro jährlich, ganz ohne Verhaltensänderung. Und wer den Dispo nie braucht, kann den Punkt getrost ignorieren.
Bargeld: wo und wie oft kommst du kostenlos an Geld?
Direktbanken haben keine eigenen Automaten. Kläre also, wie du an Bargeld kommst:
- Über einen Automatenverbund wie Cash Group oder CashPool.
- Per Visa oder Mastercard an fast jedem Automaten.
- Beim Einkauf an der Supermarktkasse.
Achte auf Grenzen wie eine Mindestabhebesumme (oft 50 Euro) oder eine begrenzte Zahl kostenloser Abhebungen pro Monat. Wer viel mit Bargeld lebt, merkt Fehlgriffe hier schnell im Geldbeutel.
Kartengebühren: Girocard und Kreditkarte getrennt prüfen
Einige Banken haben die Girocard aus dem kostenlosen Paket gestrichen und verlangen dafür eine Jahresgebühr, während die Debitkarte von Visa oder Mastercard gratis bleibt. Das kann in Ordnung sein, wenn du fast nur digital zahlst. Problematisch wird es dort, wo Händler nur die Girocard akzeptieren, was in kleineren Geschäften und bei manchen Ärzten immer noch vorkommt. Prüfe außerdem die Gebühren für Zahlungen in Fremdwährung, wenn du öfter außerhalb des Euroraums unterwegs bist.
Filiale oder Direktbank?
Ehrliche Antwort: Die dauerhaft kostenlosen Konten findest du fast nur bei Direkt- und Smartphone-Banken. Wer den Schalter, die persönliche Ansprechpartnerin und die Einzahlmöglichkeit für Münzgeld braucht, zahlt dafür bei Filialbanken in aller Regel eine monatliche Gebühr. Das ist keine Abzocke, sondern ein anderes Leistungspaket. Entscheidend ist, dass du für Leistungen zahlst, die du auch nutzt.
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Neukunden-Prämien: mitnehmen ja, danach entscheiden nein
Viele Banken zahlen fürs Kommen. Üblich sind derzeit Prämien zwischen etwa 50 und 200 Euro für Neukunden. Ein Beispiel aus dem August 2026: Die Comdirect zahlt 100 Euro Prämie für ihr Girokonto Aktiv, befristet bis zum 31.08.2026 und nur für Personen, die in den sechs Monaten davor nicht Kunde waren (Quelle: businessinsider.de, August 2026). Die Norisbank warb zuletzt mit 120 Euro Bonus für ihr Top-Girokonto (Quelle: businessinsider.de, Juli/August 2026).
Solche Prämien sind fast immer an Bedingungen geknüpft:
- Eine Mindestzahl von Zahlungseingängen oder Kartenzahlungen in den ersten Monaten.
- Ein Gehaltseingang ab einer bestimmten Höhe.
- Manchmal eine Mindesthaltedauer des Kontos.
Lies das Kleingedruckte, bevor du mit dem Geld planst. Und rechne gegen: Eine Prämie von 100 Euro ist nach 10 Monaten aufgezehrt, wenn das Konto danach 10 Euro im Monat kostet, weil dein Geldeingang die Schwelle verfehlt. Die Prämie ist ein netter Bonus, die laufenden Konditionen entscheiden.
Lohnt sich der Wechsel? Eine kurze Beispielrechnung
Angenommen, dein aktuelles Konto kostet 8,90 Euro im Monat, dazu 12 Euro Jahresgebühr für die Girocard. Das sind 118,80 Euro im Jahr. Wechselst du zu einem bedingungslos kostenlosen Konto und nimmst eine Prämie von 100 Euro mit, stehst du im ersten Jahr rund 220 Euro besser da, danach jedes Jahr etwa 119 Euro. Der Aufwand dafür: einmal die Kontowechselhilfe anstoßen und zwei bis drei Monate lang das alte Konto beobachten. Auf die Stunde gerechnet ist das für die meisten Menschen einer der besser bezahlten Verwaltungsakte des Jahres.
Häufige Fragen zum Girokonto-Wechsel
Ist der Kontowechsel selbst kostenlos?
Die gesetzliche Kontowechselhilfe ist für dich als Verbraucher kostenlos, die Banken dürfen dafür kein Entgelt verlangen. Kosten können nur indirekt entstehen, etwa wenn du das alte Gebührenkonto während der Übergangszeit noch ein bis zwei Monate weiterführst.
Wie lange dauert der Wechsel des Girokontos?
Der gesetzlich getaktete Kern dauert rund zwölf Geschäftstage: zwei Tage für die Datenanforderung, fünf Tage für die Übermittlung durch die alte Bank, fünf Tage für die Einrichtung bei der neuen Bank. Bis wirklich alle Zahlungspartner umgestellt haben, solltest du insgesamt zwei bis drei Monate Übergangszeit einplanen.
Ändert sich meine IBAN beim Kontowechsel?
Ja. Die IBAN gehört zum Konto bei der jeweiligen Bank, eine Mitnahme wie bei der Handynummer gibt es nicht. Deshalb müssen Arbeitgeber, Versicherungen und Vertragspartner die neue IBAN erfahren, was die Kontowechselhilfe aber weitgehend automatisch erledigt.
Was passiert mit Zahlungen, die noch auf das alte Konto gehen?
Solange das alte Konto besteht, kommen Zahlungen dort ganz normal an. Nach der Schließung werden Überweisungen an die alte IBAN zurückgegeben, der Absender bekommt sein Geld zurück und merkt spätestens dann, dass er die neue IBAN braucht. Genau deshalb lohnt die Übergangszeit mit beiden Konten.
Kann die Bank mir den Wechselservice verweigern?
Nein. Jede Bank, die Zahlungskonten für Verbraucher anbietet, muss die Kontowechselhilfe nach §§ 20 ff. ZKG leisten. Verletzt eine beteiligte Bank ihre Pflichten und entsteht dir dadurch ein Schaden, haften alte und neue Bank gemeinsam.
Bekomme ich die Neukunden-Prämie garantiert?
Nur wenn du alle Bedingungen erfüllst, etwa die geforderten Geldeingänge, Kartenzahlungen oder die Neukunden-Eigenschaft. Die Auszahlung erfolgt oft erst einige Wochen oder Monate nach Erfüllung der Bedingungen. Plane die Prämie deshalb nicht fest ein, sondern betrachte sie als Bonus.
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